Das stille Glück (und was man sonst noch so auf Reisen finden kann)

sunset

Ich schaue mir gerade die untergehende Sonne und das damit verbundene Farb- und Wolkenspiel durch mein Fenster an und reflektiere darüber, was es heisst, ein erfülltes Leben zu führen.

Heute las ich einen interessanten Blog mit dem Titel: ‘What if All I Want is A Mediocre Life?’ (Was wäre, wenn alles, was ich will, ein mittelmässiges Leben ist?). Die Autorin schrieb über die Schönheit des langsamen, einfachen Lebens. ‘Was, wenn ich am glücklichsten in den Zwischenräumen bin? Da, wo die Ruhe lebt. Was, wenn ich mittelmässig bin und wähle, damit im Frieden zu sein?’, schrieb sie.

Ich fand diesen Artikel beeindruckend und mutig – gerade heute, in unserer modernen Welt, wo alles immer lauter, besser und schneller sein soll. Mehr Aufregung, Abwechslung und Produktivität – selbst in der spirituellen Szene macht sich das bemerkbar. Ständig gibt es neue Yogaformen, Heilmethoden und Kurse, die uns erfüllter, glücklicher und reicher machen sollen.

Aber was ist mit der Stille? Mit dem, was gerade ist? Mit dem tiefen Zuhören der inneren Stimme, die wir nur wahrnehmen, wenn wir ganz langsam, bewusst und leise werden?  Jetzt, wo hier gerade der Winter herrscht und die Felder und Wälder in wunderschönen Schneelandschaften ruhen, macht diese Reflektion für mich noch mehr Sinn. Ruhepausen gehören zum Leben. Und was uns erfüllt, ändert sich ständig.

Was mir immer mehr bewusst wird nach meiner langen Nomadenzeit, ist, wie still und gleichzeitig erfüllt es in mir geworden ist. Ich glaube, es hat viel damit zu tun, dass ich so viele Erlebnisse in meinem Leben hatte: unzählige Reisen, Erfahrungen, Begegnungen. Eben viel von der oben genannten Aufregung und Abwechslung. Diese haben mich so gesättigt, dass ich oft nicht mehr das Bedürfnis verspüre, mich nach aussen auszurichten. Dazu kommt natürlich noch die Meditationspraxis, welche meine innere Freude und Zufriedenheit sehr verstärkt. Irgendwie ist dadurch alles schön geworden: jeder Platz, jedes Wetter, jeder Mensch. Ein stiller Tanz, eine Hingabe an das Leben, wie es gerade ist und wo es gerade hinfliessen möchte – ohne, dass ich versuche, es zu kontrollieren.

Und vielleicht ändert sich das auch irgendwann einmal wieder. Ich bezweifle, dass ich diese innerliche Fülle gefunden hätte, wenn ich nicht in die Welt hinausgezogen und dem Ruf meiner Seele gefolgt wäre. Aber gerade befinde auch ich mich, wie die Natur, im Ruhemodus. Blicke zurück auf die vielen Erlebnisse, die ich hatte, und ‘verdaue’ sie, ohne mir etwas Neues zu wünschen. Ich bin nicht mehr auf der Suche. Geniesse das ruhige, ländliche Leben mit seinen Rhythmen, beobachte die Natur und bin damit, wie mit mir selbst, im Frieden. Ich habe auf meinen Reisen etwas sehr wertvolles gefunden: das stille Glück, das in mir selbst lebt.

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