Ein Jahr Yoga auf Spendenbasis – das Fazit

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Der berühmte indische Mystiker Sri Ramakrishna

Ui. Ich habe soeben bemerkt, dass fast ein ganzes Jahr verflossen ist, seitdem ich mich diesem Blog das letzte Mal gewidmet habe. Wie ist das denn passiert? Vor etwa einem Jahr kam ich auf die Idee, Yoga (und alles, was zum Yoga gehört, wie Meditation, Mantras, Feuerzeremonien usw.) auf Spendenbasis anzubieten. Warum, das könnt Ihr in älteren Artikeln dieses Blogs nachlesen, und besonders in diesem. Das habe ich auch getan und darüber geschrieben. Wie war das denn insgesamt, und werde ich damit weitermachen?

Rückblickend war es eine sehr bereichernde Erfahrung. Sie hat mich freier, unabhängiger und klarer gemacht. Mein Vertrauen in das Gesetz des Karma und das Leben wurde gestärkt, denn es hat mir wirklich nie an etwas gefehlt. Ich weiß gar nicht so recht, wie ich es erklären soll. Aber diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, dass alles im Fluss ist, wenn ich wirklich meiner inneren Stimme und Weisheit folge und darauf vertraue, dass alles, was ich brauche, zu mir kommt. Einer meiner spirituellen Lehrer hat immer gesagt: ‘Do your sadhana, and everything you need will come to you’ (Mach Deine spirituelle Praxis, und alles, was Du brauchst, wird zu Dir kommen). Und genau so habe ich es erlebt. Interessante Projektangebote kamen und kommen wie von selbst auf mich zu, und sind so mit meinem spirituellen Weg im Einklang, dass es letztendlich gar keine Trennung zwischen Arbeit und freier Zeit mehr gibt. Es gehört alles zusammen.

Ich las neulich ein Buch über Kali-Heilige in Indien (heilige Männer und Frauen, die ihr Leben der Göttin Kali gewidmet haben). Die konnten einfach nicht arbeiten, auch wenn sie es gewollt hätten, so berauscht waren sie mit Glückseligkeit (es gibt im Deutschen nicht wirklich eine gute Übersetzung für ‘divine intoxication’). In einigen dieser Fälle, wenn z.B. die Familien dieser Heiligen am Hungertuch nagten, geschah irgendetwas, das den Heiligen vom Broterwerb befreite und er sich von nun an sorgenfrei seiner Sadhana widmen konnte. So geschah es auch anderen Personen, wie der spirituellen Abenteurerin Alexandra David-Neel. Diese wurden zwar ab und zu auch gebeutelt und auf die Probe gestellt, aber letzten Endes lebten sie ihre Bestimmung. Es ging gar nicht anders.

Dazu müssen wir uns natürlich im Klaren sein, was denn eigentlich unsere Priorität im Leben ist. Für manche Leute ist Sicherheit die Priorität, und somit ein geregeltes Gehalt. Für andere Leute ist es die Freiheit. Und dann gibt es sicherlich noch viele andere Prioritäten. Wie sieht es denn bei Dir aus? Was ist Deine Priorität im Leben, und gibst Du ihr auch wirklich den Vorrang?

Meine Priorität im Leben ist mein spiritueller Weg, und dass ich viel freie Zeit habe, um meine Sadhana (spirituelle Praxis) und die damit verbundenen Aktivitäten zu machen. Alles andere ist erstmal zweitrangig. Und dafür ist es vielleicht notwendig, ‘Opfer’ zu bringen (obwohl ich es gar nicht als opfern empfinde). Aber es gibt Wege, so zu leben, dass man nicht allzu viel Geld braucht. Und, das Teilen von Yoga entsteht bei mir nicht aus einem Bedürfnis, Geld zu verdienen oder einen Beruf daraus zu machen, sondern einfach aus Begeisterung. Ich habe in Indien etwas gelernt, das den menschlichen Geist beruhigen und befreien und uns zu unserer inneren Quelle zurückführen kann. Diesen riesigen Schatz möchte ich mit anderen teilen, egal, ob sie Geld haben oder nicht.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass ich – auf dem Weg der Befreiung – wirklich frei sein möchte. Und das bedeutet auch, dass ich frei sein möchte von dem Zwang, irgend etwas für Geld zu tun. Ich möchte etwas tun, weil ich es als sinnvoll empfinde. Aber nie aus Zwang heraus, sondern aus Freude am Teilen. Wenn Geld dabei entsteht: super. Wenn nicht, dann wird es andere Wege geben.

Wie wird es jetzt weitergehen? Die Sachen, die ich hauptsächlich anbiete (vedische Feuerzeremonien, Mantrasingen, Meditationen), mache ich weiterhin auf Spendenbasis. Für Workshops und andere Events (wie z.B. Yogastudio-Eröffnungszeremonien) nehme ich inzwischen wieder einen flexiblen Festpreis, d.h. dass es immer einen ermäßigten Preis gibt und die Möglichkeit, Energieaustausch zu machen. Diese Änderung habe ich größtenteils aus dem Grund gemacht, dass die Leute, die zu meinen Workshops kommen, und die Studios, die mich buchen, grundsätzlich nicht arm sind und durch die Spendenbasis oft verunsichert waren. Vielleicht ändere ich das auch wieder, aber die Hauptsache für mich ist, dass die Option besteht, teilzunehmen, auch wenn man kein Geld hat. Mein Haupteinkommen entsteht inzwischen eher durch Schreiben und Übersetzungen.

Jede/r muss hier seinen eigenen Weg finden. Für mich ist weiterhin wichtig, meinem inneren Ruf zu folgen und mich von so wenigen Dingen wie möglich abhängig zu machen. Denn, wie schon Peace Pilgrim, die Friedenspilgerin sagte:

‘Niemand ist wirklich frei, der noch an materielle Güter oder an Örtlichkeiten oder an Menschen gebunden ist. Wir müssen Dinge benutzen können, wenn wir sie brauchen, und sie ohne Bedauern loslassen können, wenn sie ihren Nutzen verloren haben. Wir müssen fähig sein, für den Ort, an dem wir uns aufhalten, dankbar zu sein, ihn zu genießen, und ihn dennoch ohne Bedauern verlassen können, wenn wir anderswohin gerufen werden. Wir müssen mit Menschen in liebevoller Gemeinschaft leben können, ohne das Gefühl, sie zu besitzen oder ihr Leben in die Hand nehmen zu wollen. Alles, was du festhalten willst, wird dich gefangen nehmen, und wenn du Freiheit willst, musst du Freiheit geben.’

 

 

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