Wie das kollektive Feld uns beeinflusst (und wie wir trotzdem zentriert bleiben können)

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Eine Sache, die mir immer wieder auffällt, seit ich nach Deutschland zurückgekehrt bin, ist die Kraft des morphogenetischen Felds. Bei diesem Feld handelt es sich um eine Art allumfassendes Bewusstseinsfeld, aus dem umfangreiche Informationen aufgenommen werden können, und das uns daher auch beeinflusst. In Indien zum Beispiel ist das spirituelle Feld sehr stark, weil sich dort unzählige Menschen seit tausenden von Jahren mit intensiven, spirituellen Praktiken beschäftigen. Dies hat wiederum eine sehr fördernde Wirkung auf spirituelle Schüler, die aus genau diesem Grund immer wieder nach Indien reisen, um sich mit dieser Energie ‘aufzuladen’.

Wie schon in anderen Artikeln erwähnt, spüre ich in Deutschland immer wieder, wie  stark das Kriegstrauma oder auch die Hexenverbrennungen im Mittelalter noch im hiesigen Feld verwurzelt sind und die Menschen unbewusst beeinflussen. Diese Verbundenheit mit dem Feld ist an sich nichts Schlechtes, denn wir müssen als Lebewesen natürlich auf unsere Umwelt reagieren können – aber es ist auch gut, wenn wir uns darüber bewusst werden und verstehen, ob diese Verbundenheit uns fördert oder schadet.

Was mir hier nun nach meinen Jahren in Indien besonders auffällt, ist  der spirituelle Konsum. Im Westen wird Spiritualität zum grossen Teil als Ware vermarktet und verkauft, und es ist schwierig, als Yogalehrerin nicht in diese Falle zu tappen. Wo man auch hinsieht, herrscht ein Überfluss an Seminaren, Workshops, Kursen, Ausbildungen, Coachings und Heilungen. Der spirituelle Markt ist riesig. An sich ist da nicht Schlimmes dran – es ist ja eigentlich gut, dass immer mehr Menschen aufwachen und bewusst werden. Es wird allerdings schlimm, wenn diese Sachen nur – wie vieles andere auch – konsumiert werden, und wenn der Broterwerb durch die Spiritualität die Hauptmotivation ist, bzw wenn man mit der Spiritualität Geld verdienen muss. Dann werden vielleicht viele Dinge gemacht oder gar erfunden, die gar nicht nötig wären und/oder keine Integrität haben. Brenzlig wird es auch, wenn die spirituelle Arbeit dazu dient, uns selbst in Szene zu setzen.

Selbst in Indien wird diese Konsum-Mentalität immer stärker, obwohl man da auch wirklich noch viele spirituelle Lehrer findet, die zurückgezogen leben, ihre Praktiken machen und ihre Weisheit aus freiem Herzen mit anderen teilen – egal, ob sie dafür entlohnt werden oder nicht.

Ich denke, diese Mentalität hat viel mit Angst vor Mangel zu tun, und letztendlich mit mangelndem Vertrauen in das Leben. Das ist eigentlich auch menschlich und verständlich. Aber gerade in der spirituellen Praxis geht es ja genau um das Vertrauen in das Universum und die Hingabe an das, was ist. Ist es nicht eins der spirituellen Gesetze, dass man zurückbekommt, was man austeilt,  ob man es nun einfordert oder nicht?

Wer mich in dieser Hinsicht sehr inspiriert, sind die Lehrer der Himalayan Tradition. Dort ist es generell so, dass Geld für Kosten, wie z.B. Raummiete, Unterkunft, Mahlzeiten, genommen, aber das spirituelle Wissen auf Spendenbasis vermittelt wird. So wird niemand ausgeschlossen,  nur weil er kein Geld hat. Einige spirituelle Lehrer, so z.B. Jim Tolles, arbeiten auch auf ‘suggested donation basis’ (eine Art Richtpreis, der aber nicht bindend ist), oder sogar gänzlich auf Spendenbasis. Ich denke, da gibt es viele kreative Wege, um materielle Bedürfnisse mit spirituellen Lehren zu verbinden.

Dies ist auch das Konzept des Karma Yoga, das Yoga des ‘selbstlosen Dienens’, das Krishna in der Bhagavad Gita beschreibt. Meines Empfinden nach geht es hierbei einfach darum, das zu tun, was wir tun ‘müssen’ – ohne dafür etwas zu erwarten. Wenn es sein soll, wird sich der Erfolg oder der Reichtum (wie man ihn auch auslegen mag), schon von selbst einstellen, ohne, dass man grosse Marketingstrategien anwenden muss. Es geht einfach um das Handeln, und nicht um das Resultat. Dies ist vielleicht kein einfacher Weg in einem Land, in dem viele von uns in einem engen finanziellen Korsett stecken, aber ich finde, man kann dabei ein Gleichgewicht finden.

Dass das morphogenetische Feld uns auch hier beeinflusst, merke ich an der Gegenbewegung – dass immer mehr Leute aus dem Konsumwahnsinn aussteigen und ein einfacheres Leben wählen. Und ich glaube, das ist genau der Punkt: wenn wir uns darüber bewusst werden, was uns motiviert und ob es wirklich unsere Ängste sind, oder einfach die kollektiven Ängste im weiteren Feld – dann können wir das auch ändern und bewusst einen anderen Weg wählen.

 

 

Das stille Glück (und was man sonst noch so auf Reisen finden kann)

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Ich schaue mir gerade die untergehende Sonne und das damit verbundene Farb- und Wolkenspiel durch mein Fenster an und reflektiere darüber, was es heisst, ein erfülltes Leben zu führen.

Heute las ich einen interessanten Blog mit dem Titel: ‘What if All I Want is A Mediocre Life?’ (Was wäre, wenn alles, was ich will, ein mittelmässiges Leben ist?). Die Autorin schrieb über die Schönheit des langsamen, einfachen Lebens. ‘Was, wenn ich am glücklichsten in den Zwischenräumen bin? Da, wo die Ruhe lebt. Was, wenn ich mittelmässig bin und wähle, damit im Frieden zu sein?’, schrieb sie.

Ich fand diesen Artikel beeindruckend und mutig – gerade heute, in unserer modernen Welt, wo alles immer lauter, besser und schneller sein soll. Mehr Aufregung, Abwechslung und Produktivität – selbst in der spirituellen Szene macht sich das bemerkbar. Ständig gibt es neue Yogaformen, Heilmethoden und Kurse, die uns erfüllter, glücklicher und reicher machen sollen.

Aber was ist mit der Stille? Mit dem, was gerade ist? Mit dem tiefen Zuhören der inneren Stimme, die wir nur wahrnehmen, wenn wir ganz langsam, bewusst und leise werden?  Jetzt, wo hier gerade der Winter herrscht und die Felder und Wälder in wunderschönen Schneelandschaften ruhen, macht diese Reflektion für mich noch mehr Sinn. Ruhepausen gehören zum Leben. Und was uns erfüllt, ändert sich ständig.

Was mir immer mehr bewusst wird nach meiner langen Nomadenzeit, ist, wie still und gleichzeitig erfüllt es in mir geworden ist. Ich glaube, es hat viel damit zu tun, dass ich so viele Erlebnisse in meinem Leben hatte: unzählige Reisen, Erfahrungen, Begegnungen. Eben viel von der oben genannten Aufregung und Abwechslung. Diese haben mich so gesättigt, dass ich oft nicht mehr das Bedürfnis verspüre, mich nach aussen auszurichten. Dazu kommt natürlich noch die Meditationspraxis, welche meine innere Freude und Zufriedenheit sehr verstärkt. Irgendwie ist dadurch alles schön geworden: jeder Platz, jedes Wetter, jeder Mensch. Ein stiller Tanz, eine Hingabe an das Leben, wie es gerade ist und wo es gerade hinfliessen möchte – ohne, dass ich versuche, es zu kontrollieren.

Und vielleicht ändert sich das auch irgendwann einmal wieder. Ich bezweifle, dass ich diese innerliche Fülle gefunden hätte, wenn ich nicht in die Welt hinausgezogen und dem Ruf meiner Seele gefolgt wäre. Aber gerade befinde auch ich mich, wie die Natur, im Ruhemodus. Blicke zurück auf die vielen Erlebnisse, die ich hatte, und ‘verdaue’ sie, ohne mir etwas Neues zu wünschen. Ich bin nicht mehr auf der Suche. Geniesse das ruhige, ländliche Leben mit seinen Rhythmen, beobachte die Natur und bin damit, wie mit mir selbst, im Frieden. Ich habe auf meinen Reisen etwas sehr wertvolles gefunden: das stille Glück, das in mir selbst lebt.

Wie frei sind unsere Entscheidungen wirklich? Was das Wurzelchakra mit dem Reisen zu tun hat

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Heute morgen las ich ein interessantes Statement. Es ging um das Mooladhara Chakra, das Wurzelchakra, das unsere Verbindung mit dem physischen Körper und den Energien der Erde darstellt. ‘Als Basischakra’, hiess es dort, ‘bestimmt es unsere Einstellung zum Leben. Gut geerdet und ausgeglichen, lässt es uns geduldig, hoffnungsvoll und erfinderisch sein.‘ Was mich an dieser Beschreibung, die ich im Yogakalender 2018 las, ansprach, war dieses eine Statement: ‘Es bestimmt unsere Einstellung zum Leben.‘ Wow.

Wenn also unsere Verbindung zu diesem Chakra, zu unserer Erdung, früh gestört wird, dann hat das Auswirkungen auf unser ganzes Leben. Wer mein Buch ‘Meeting Shiva’ gelesen hat, wird wissen, dass meine Verbindung zu diesem Erdenleben schon früh gestört wurde. Um ein Haar wurde ich eine Fehlgeburt; dann erkrankte ich im Alter von sechs Wochen an einer lebensgefährlichen Krankheit und musste für drei Wochen ins Krankenhaus; und später kamen viele Unfälle hinzu, bei denen ich um ein Haar ums Leben gekommen wäre. Diese hörten auf, als ich ungefähr sieben Jahre alt war. Und zu diesem Zeitpunk war mein Vertrauen ins Leben und der damit verbundenen Erdung schon stark beschädigt.

Da ich gerne tief forsche, was denn nun wirklich meine Motive sind, und wo sie eigentlich herkommen, war dieses Statement im Hinblick auf mein vieles Reisen und meine Heimkehr nach Deutschland äusserst faszinierend für mich.

Meist ist es nämlich so, dass wir uns gar nicht frei entscheiden. Der freie Wille ist eine Illusion, bis wir wirklich frei sind. Und das heisst: frei von unseren Konditionierungen, Identifizierungen, und von unseren Samskaras – alten Impressionen in unserer DNA, die auch zum grossen Teil von unseren Vorfahren und dem kollektiven Bewusstsein einer Nation kommen.

Wenn man also nun von außen auf mein langes Nomadenleben und mein frühzeitiges Verlassen von Deutschland zurückblickt, dann könnte man erstmal sagen: es handelt sich hierbei um eine abenteuerlustige, eigenwillige und unabhängige Person, die gerne reist und ein unkonventionelles Leben führt. Was in gewissem Sinne ja auch stimmt. Aber wieso ist das so? War es wirklich meine freie Wahl, das zu tun?

Rückblickend würde ich sagen: Nein. War es nicht. Da war etwas, das mich antrieb. Ein starker Drang, Deutschland zu verlassen, den ich schon hatte, als ich noch ein Kind war. Ich fühlte mich nie Deutsch, oder Italienisch, oder sonst einer Nationalität zugehörig. Aber ich wusste schon früh, dass ich nach England ziehen wollte, weil ich dort hingehörte. Es hatte keine rationale Basis – wie auch? Aber ich hörte der inneren Stimme einfach zu und ging.

Später, gegen Ende 20, packte mich das Reisefieber immer wieder, und ich wusste, dass ich in die Welt hinaus musste, weil es da draussen etwas für mich zu finden gab. Ich hatte eine gutgehende Firma, einen Job, der mir Spass machte, eine tolle Community. Aber ich musste gehen. War das mein freier Wille? Ja, und Nein. Ja, weil ich mich dafür entschied, diesem Drang und dem Ruf meiner Seele zu folgen. Und Nein, weil dieser Drang ja da war und mir eigentlich keine Wahl liess. Nur, wo kam der Drang her?

Ich hatte schon immer Schwierigkeiten, lange an einem Platz zu bleiben. Es zog mich immer raus, immer weiter, und das traf auch auf andere Situation zu: Jobs. Beziehungen. Ich machte das alles mal ein paar Monate oder auch ein paar Jahre mit, aber dann musste es wieder eine Veränderung geben, auch wenn eigentlich alles gut lief.

Ich möchte das jetzt nicht pathologisieren, denn all dies hat sehr viel zu meiner Entwicklung beigetragen, und mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und es war und bleibt wunderschön und spannend, und ich würde es auch gar nicht anders wollen.

Aber ich sehe auch, was es mit meinem Wurzelchakra-Thema zu tun hat. Durch diese schwierigen Erfahrungen, die ich schon so früh machte, setzte sich eine innere Unruhe in meinem System fest, die sich erst jetzt langsam löst und heilt. Dadurch, dass ich nach Deutschland zurückgekehrt bin – was auf gewisse Weise wieder nicht mein ‘freier Wille’ war, denn ich folgte wie immer der inneren Stimme, die mir sagte, das müsse jetzt geschehen – kehren auf einmal verlorene Puzzlestücke in mein Bewusstsein wieder.

Oft handelt es sich hierbei um Themen wie den Krieg und den Holocaust, den meine Vorfahren erlebt haben, und mir epigenetisch vererbt haben. Ich sehe auf einmal, dass ich mich unbewusst mein ganzes Leben lang dafür geschämt habe, Deutsch  zu sein, und dass diese Scham und Schuld  noch ganz tief im kollektiven Bewusstseinsfeld dieses Landes stecken. Ich sehe, dass viele Entscheidungen, die ich instinktiv getroffen habe, eigentlich von den unverarbeiteten Gefühlen meiner Vorfahren und von meiner eigenen Traumata im Kindesalter gesteuert wurden.

Ich finde diese Erkenntnisse ungemein befreiend. Denn wenn wir uns über etwas bewusst sind, können wir es heilen und loslassen. Unsere Entscheidungen werden freier, wenn wir unsere unbewussten Beweggründe verstehen. Mit jedem dieser Aha!-Momente verschwindet eine andere Impression, und alles wird leichter. Und dann ist es an der  Zeit, wirklich frei zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Schätze: das Schöne an der Heimkehr

 

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So, nachdem ich nun lange genug darüber geschrieben habe, was schwierig ist an einer Heimkehr nach dem Nomadenleben, ist es nun an der Zeit, zu erzählen, was denn eigentlich schön daran ist. Was hat mich dazu bewegt, in meine alte Heimat zurückzukehren, und was gefällt mir hier? Da gibt es einiges.

1. Der deutsche Wald

Eine Sache, die ich wirklich an Deutschland liebe, sind die schier endlosen Wälder. Ich glaube, man könnte hier tage- oder gar wochenlang durch die Wälder streifen, ohne jemandem zu begegnen. In anderen Ländern, wie z.B. in USA oder Kanada, habe ich erlebt, dass viele der wunderschönen Wälder oder sogar Strände privatisiert sind. Man muss teilweise ziemlich lange Strecken mit dem Auto zurücklegen, um dann in einem National Park spazieren zu gehen. In manch anderen Ländern gibt es keinen oder nur sehr wenig Wald. Für eine Waldfee wie mich ist der Wald hier ein wahrer Reichtum.

2. Familiärer Anschluss und die damit verbundene Heilung

So sehr die Familie auch nerven kann, sie hat viel mit unserer Heilung und letztendlich auch Freiheit zu tun. Ich geniesse es gerade sehr, meine Eltern öfters zu sehen, etwas mit ihnen zu unternehmen und an ihrem Leben teilzunehmen. Durch diesen Kontakt sehe ich viele Dinge, die ich in der Ferne nicht so gut sehen konnte. Ich lerne, sie als Menschen (und nicht nur Eltern) zu sehen, und mich vom ‘Kind sein’ zu de-identifizieren. Zudem merke ich auch immer wieder, wie meine Familie zu mir hält, mich unterstützt und für mich da ist, egal, was ich tue. Das ist mir viel wert.

3. Meine Erfahrungen zu teilen

Nach zehn Jahren Reisen fühlte ich mich irgendwann sehr satt,  fast schon so, als sei ich schwanger mit den vielen Erfahrungen, die ich angesammelt hatte. Somit war es an der Zeit, diese Erfahrungen mit anderen zu teilen. Das hatte ich natürlich auch schon während des Reisens durch Blogs, Artikel, Fotoausstellungen und mein Buch getan, aber jetzt kommt eine andere Qualität hinzu. Es ist schön, aus dem Erfahrungsschatz zu schöpfen, ohne,  dass ständig etwas Neues, Aufregendes dazukommt. Ich weiss viele Dinge, die ich auf Reisen erlebt habe, erst jetzt richtig zu schätzen und auszukosten.

4. Ein Zuhause zu haben

Ich glaube, in den letzten Jahren bin ich um die dreihundertmal umgezogen. Packen, weiterziehen, packen, weiterziehen. So schön das auch war, jetzt bin ich wieder froh, eine Wohnung zu haben, die ich so einrichten kann,  wie ich will, in der ich täglich in Ruhe meine Sadhana machen, kochen, arbeiten und einfach sein kann – ohne bald schon wieder packen zu müssen. Klar, unser wirkliches Zuhause ist in unserem Herzen. Aber wir haben eben auch Körper, und meiner freut sich gerade, diese Ruhe zu haben.

5. Kontinuität – in Arbeit und Freundschaften

Es war schön, immer in Bewegung zu sein. So wurde nie etwas langweilig. Wo immer ich war, wurde ich freudig willkommen geheissen, denn ich war ja rar. Aber ich habe eben auch viel verpasst. Geburtstage, Hochzeiten, Beerdigungen, und andere wichtige Events im Leben meiner Freunde. Es ist schön, meine Freunde nun oft zu sehen und tiefer in diese Beziehungen einzutauchen. In meiner Arbeit kann ich jetzt ebenso viel tiefer gehen, durch wöchentliche und monatliche Kurse mit den gleichen Studenten, und endlich bin ich lange genug an einem Platz, um eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin im Hospiz zu machen.

6. Die (relativ) stille Kultur

Ich hörte gestern ein Zitat von meinem Guru Sri Prem Baba, der gerade in Indien ist. Er sprach über die Motivation der spirituellen Schüler, die nach Indien kommen, um in die Stille einzutauchen. Gleich darauf bekam er einen Lachanfall, denn Indien ist nun mal kein stiller Platz. Es gibt dort ständiges Gehupe, Geschrei, Motorräder, laute Musik, Hundegebell – bei Tag und bei Nacht. Sicher, man lernt dort, selbst bei dem Lärm gelassen zu bleiben und innerlich still zu werden. Aber: ich weiß die Stille in Deutschland jetzt umso mehr zu schätzen. Und mein Nervensystem weiß das noch viel mehr.

7. Die (relative) Freiheit der Frauen

Man könnte jetzt sagen, dass es auch im Westen immer noch keine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gibt – aber wenn man mal gesehen hat, wie ein Großteil der Frauen in Asien oder im Mittleren Osten lebt, dann haben wir hier schon eine enorme Freiheit. Hier schätze ich, dass ich mich frei entscheiden kann, ob (und wen) ich heiraten möchte oder nicht, ob ich Kinder möchte oder nicht, dass ich mein Haus unverschleiert und unbegleitet verlassen darf, dass ich mir meinen Beruf auswählen kann, alleine reisen und frei meine Meinung sagen kann. Und dass es hier Anti-Diskriminierungsgesetze gibt. Das ist nicht in allen Kulturen selbstverständlich. Und was mir noch sehr gut gefällt, ist, hier nicht ständig angestarrt oder angequatscht zu werden.

8. Das soziale System

Okay, das mag sich jetzt spießig anhören, aber nachdem ich gesehen habe, wie viele Menschen in Indien auf der Strasse leben und sich jeden Tag fragen, wo sie ihre nächste Mahlzeit herbekommen, weiß ich das deutsche Sozialsystem zu schätzen. Kein Mensch muss hier verhungern. Es gibt Arbeitslosengeld, staatliche Krankenkassen und alle möglichen Unterstützungen für Menschen in Not. In vielen anderen Ländern gibt es das nicht. Arbeitslose, behinderte oder kranke Menschen leben dort in teilweise sehr unwürdigen Zuständen mit wenig oder keiner Hilfe von ihrer Regierung.

9. Das Umweltbewusstsein 

Wenn man in Indien oder auch woanders in Asien gelebt hat, dann kennt man den beissenden, giftigen Geruch von brennendem Plastik, der einem jeden Tag in die Nase steigt. An vielen Plätzen dort gibt es keine Müllabfuhr, und jeglicher Müll wird entweder verbrannt oder in die Natur geworfen. Das hat vielerlei Gründe, die erst noch von den dortigen Menschen und Regierungen gelöst werden müssen. Was ich damit sagen will, ist, dass ich nach diesen Erfahrungen das deutsche Umweltbewusstsein, das Recycling und auch die ständige Bewegung in Richtung Nachhaltigkeit und Bio-Nahrung sehr zu schätzen weiß.

10. Mich neu zu vernetzen und alles neu zu erleben

Da ich so lange weg war, kannte ich erstmal nicht so viele Leute hier. Dies ändert sich nun langsam, und ich lerne fast täglich neue, interessante Menschen kennen. Und bin oft erstaunt, was und wen es so alles in Deutschland gibt! Ich dachte immer, ich muss weit weg, um Abenteuer zu erleben. Vielleicht liegt es gerade daran, dass ich so viel von  der Welt gesehen habe. Aber jetzt sehe ich vieles mit ganz anderen Augen. Es ist auf einmal so viel Raum in mir, so dass ich die kleinen Dinge ganz anders und viel schöner wahrnehme als je zuvor. Es ist hier eigentlich alles genauso spannend wie in der Ferne. Ich glaube, der Abenteuersinn liegt einfach in uns, wie alles andere auch.

11. Die Jahreszeiten

Die Jahreszeiten habe ich wirklich vermisst, als ich in Asien war. Da gibt es entweder Sommer, oder etwas weniger Sommer, und im Himalaya eben noch den Winter. Frühling oder Herbst – diese wunderbaren Nuancen, die für mich das Leben in allen Facetten darstellen – gibt es da nicht wirklich. Ich freue mich hier riesig, wenn ich die bunten Herbstblätter bewundere, oder die frischen Knospen im Frühling. Es ist alles schön, und ich mag diese langsamen Veränderungen beobachten und miterleben.

12. Erdung

Das viele Reisen ist nicht besonders gut für Leute mit einer Vata-Konstitution (ayurvedische Konstitution, die aus viel Luft besteht). Das habe ich irgendwann gemerkt. Diese Erschöpfung habe ich nun gegen Erdung ausgetauscht, was mir sehr gut tut. Meine spirituelle Praxis, meine Arbeit, mein Leben insgesamt – alles ist ruhiger, langsamer und ausgeglichener. Vielleicht gibt es äusserlich weniger Aufregung, weniger Neues, weniger Wow-Effekt – aber innerlicher dafür umso mehr. Durch die Erdung wächst etwas sehr Schönes, Neues heran.

 

Das ‘graue Korsett’ Deutschlands: warum fühlt sich unser Land oft so schwer an?

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Eine Sache, die mir immer wieder auffiel, als ich aus Indien am Frankfurter Flughafen ankam, war die Farbe grau. Es war nicht nur das graue Wetter, der graue Beton überall oder die grauen Kleider, welche die Menschen hier so gerne tragen. Nein. Da war noch etwas Anderes. Ich verspürte ein graues Gefühl, etwas Beengendes und auch Schweres, Beklemmendes, das mir manchmal fast den Atem raubte. Dieses Gefühl spiegelte sich wider in den bedrückten, ärgerlichen und oft gehetzt erscheinenden Gesichtsausdrücken und gebeugten Haltungen der Menschen, die mir in den Städten begegneten. Es war so völlig anders wie in den sonnigen Ländern, wo die Menschen oft und gerne lachen, und auch gerne bunte Kleider tragen. Irgendwie erinnerte es mich an eine Szene aus Michael Endes Buch ‘Momo‘.

Als ich diese Beobachtung kürzlich mit meiner überaus klugen Freundin Kassandra Knebel besprach, wusste sie sofort, was ich meine. ‘Ja!’, rief sie aus, ‘es handelt sich hierbei um das graue Korsett!’ Dieses, sagte sie, hänge schon immer wie eine dunkle Wolke über Deutschland. Und damit traf sie den Nagel auf den Kopf.

Je länger ich hier verweilte, umso neugieriger wurde ich. Was ist dieses graue Korsett, das so viele Menschen hier zu tragen scheinen, und warum ist das so? Ich habe diese Atmosphäre in kaum einem anderen Land verspürt – mit einer Ausnahme vielleicht. Etwas Ähnliches, allerdings Extremeres, erlebte ich in dem kleinen sizilianischen Dorf Corleone, in dem viele Menschen von der Mafia ermordet wurden und in dem erhebliche Trauer und Angst herrschen.

Es wäre jetzt einfach, sich darüber lustig zu machen und zu sagen, dass die Deutschen eben  keinen Humor haben und sich gerne grämen. Aber das wäre nicht ganz richtig. Meines Erachtens nach hat dieses ‘graue Korsett’ viel mit der noch unverarbeiteten Kriegsgeschichte Deutschlands zu tun. Viele Menschen, besonders die Nachkriegsgeneration, zu der auch meine Eltern gehören, sind innerlich noch traumatisiert von dem ganzen Leid, das sie damals im Kindesalter miterlebt haben und nie richtig verarbeiten konnten. Es gab unzählige Flüchtlinge, die alles verloren haben; viele Menschen, die Hunger, Armut, Grausamkeit und Tod hautnah miterlebt haben. Und dazu kommt natürlich noch der Holocaust, und die Hexenverbrennungen aus dem Mittelalter, die hier besonders massiv waren. Im kollektiven Unterbewusstsein Deutschlands stecken noch eine Menge an Schuld, Angst und Misstrauen.

Mir kommt es so vor, als herrsche in Deutschland eine unterschwellige Angst, wieder alles zu verlieren, und auch eine Angst vor anderen Menschen. Ich spüre hier oft Argwohn und auch Abwehr zwischen Leuten, die sich nicht kennen. Das merkt man schon an den verwunderten und manchmal auch verängstigten Gesichtsausdrücken der Menschen, wenn man ihnen einfach mal so zulächelt oder sie grüßt, selbst wenn man sie nicht kennt.

Ich lese zu diesem Thema gerade ein interessantes Buch namens ‘Dieser Schmerz ist nicht meiner – Wie wir uns mit dem seelischen Erbe unserer Familie aussöhnen’ von  Mark Wollyn. Es geht dabei um Epigenetik, d.h. wie sich Traumata von Generation zu Generation übertragen können, wenn sie nicht geheilt werden. Das Buch gibt zudem auch gute Tipps, wie man sich von Gedanken und Gefühlen, die eigentlich von unseren Vorfahren kommen, lösen kann. Der Autor ist früher genau wie ich um die Welt gereist, um Heilung und Erleuchtung zu erfahren, und hatte dann das grosse Glück, einen Guru zu treffen, der zu ihm sagte, ‘Geh heim. Geh heim und ruf Deine Eltern an.’ Wutentbrannt – denn das wollte er gar nicht hören  – ging der Autor sofort zum nächsten Guru, der ihm genau das Gleiche riet. Diesmal hörte er auf die Nachricht, fuhr nach Hause und erfuhr dort mit seinen Eltern die grösste Heilung und Erleuchtung seines Lebens.

Und somit wären wir wieder beim Thema der inneren Freiheit. Ich bin damals auch wegen des grauen Korsetts aus Deutschland geflüchtet. Aber inzwischen denke ich, dass es an der Zeit ist, dieses Gefühl nicht mehr von mir wegzuschieben, sondern es in mir selbst zu transformieren. Ich bin daran interessiert, mir die Traumata meiner Vorfahren – die ich ja auch in gewissem Maße geerbt habe – anzusehen, um sie zu heilen und aufzulösen. Und das geht nun mal am besten an dem Ort, an dem sie entstanden sind, und mit den Menschen, mit denen in diesem Leben alles angefangen hat.

 

War ich die letzten Jahre auf dem Mond? Praktische Herausforderungen nach einem langem Auslandsaufenthalt

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Wenn Du nach vielen Jahren Reisen in Asien wieder in den Westen zurückkehrst, dann kann es teilweise schon komische Aspekte haben. Anfangs kam es mir manchmal so vor, als hätte ich die letzten zehn Jahre auf dem Mond verbracht. Ich wusste nicht mehr, wie die einfachsten Dinge in Deutschland gemacht werden.

Zum Beispiel: Was ist eine EC-Karte? Wie eröffne ich ein deutsches Bankkonto oder beantrage eine Kreditkarte in einem Land, in dem ich gar nicht mehr existiere? Wie kaufe ich ein Auto, wie versichere ich es und wie kann ich den deutschen Bürokraten verständlich machen, dass ich schon seit 25 Jahren im Ausland Auto fahre? (Antwort: gar nicht, wenn keine Versicherungsbelege da sind. Mietautos zählen nicht. Ich wurde wieder als Fahranfänger eingestuft.) Wie funktioniert das mit der Krankenversicherung und der Steuer? Wie und wo arbeite ich? Wie kann ich eine Wohnung mieten, wenn ich keine Schufa-Auskunft und keine Referenzen von deutschen Vermietern habe? Wie, die deutsche Rechtschreibung hat sich seit meiner Schulzeit geändert?!

All diese Dinge mögen den Sesshaften selbstverständlich erscheinen. Aber nach einem langen Auslandsaufenthalt können solche Selbstverständlichkeiten ganz schön verwirrend und auch schwierig zu lösen sein – gerade in einem Land wie Deutschland, das nun wirklich sehr bürokratisch ist. Ich hatte Glück, dass ich noch einige Familienmitglieder und Freunde hier hatte, die mir helfen konnten. Zudem hatte ich noch größeres Glück, über eine Bekannte einen netten Vermieter zu finden, dem es egal war, ob ich Referenzen oder Scheine vorweisen konnte. Und als Selbstständige brauche ich glücklicherweise niemandem zu erklären, warum ich mehrere Jahre in der Welt herumgereist bin und warum Meditation und die Erkenntnis der Wahrheit mir wichtiger sind als ein Bürojob.

Es kann auch schwierig sein, Dich wieder in eine bürgerliche, leistungsorientierte Gesellschaft einzugliedern, wenn Du ein freies. fließendes Leben in sonnigen Gefilden gewohnt bist. Daher ist es gut, erstmal bei Freunden oder Familie unterzukommen, und Unterstützung von anderen Ex-Nomaden zu suchen, die diese Umstellung schon hinter sich haben. Und, nur weil Du deine Umgebung gewechselt hast, heißt das ja lange noch nicht, dass Du auch Deinen Lebensstil ändern musst. Du kannst die Freiheit und das langsame Leben in den Westen integrieren, auch wenn die meisten Menschen um Dich herum etwas anderes zu tun scheinen.

Mir fiel in der Tat auf, wie viel die Leute in Deutschland arbeiten. Viele Menschen sind permanent gestresst und befinden sich am Rande des Burn-Outs. Daher gibt es hier auch so viele Arbeitsmöglichkeiten für Yogalehrer, Meditationsleiter und Achtsamkeitstrainer 🙂 Auf der anderen Seite gibt es auch Magazine wie Flow und Happinez, die sich mit den Themen der Entschleunigung und den kleinen, schönen Dingen des Lebens beschäftigen und immer mehr Anklang bei der Bevölkerung finden.

Es ist meines Erachtens nach wichtig, dass wir Kulturen und Lebensstile miteinander integrieren und eine Mitte finden zwischen Tun und Sein, schnell und langsam, Materie und Spiritualität, Ost und West. Und das kannst Du sehr gut tun und auch mit anderen Menschen teilen, wenn Du in verschiedenen Kulturen gelebt hast. Plötzlich gibt es kein ‘richtig‘ und ‚falsch‘ mehr, nur noch ‘anders‘. Und genau das ist das Schöne am Reisen und am Heimkommen.

Der Veränderung Raum geben: Wie du die Entzugserscheinungen nach deinem Auslandsaufenthalt lindern kannst

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Trotz all meiner guten Gründe, dem Nomadenleben abzuschwören, war es anfangs doch nicht einfach. Es war vergleichbar mit einer Scheidung. Ich wusste zwar, dass es an der Zeit war, etwas Anderes zu tun als Reisen und dass ich die richtige Entscheidung für mich getroffen hatte, aber trotzdem setzte mir diese Umstellung teilweise ganz schön hart zu. Ich hatte manchmal regelrechte Entzugserscheinungen und war geplagt von einer inneren Unruhe, die ich nur allzu gut kannte und die mich immer wieder zum Weglaufen bringen wollte. Ich fragte mich des Öfteren, ob ich denn spinne, die Himalayas und Hawai’i für das oft graue Deutschland einzutauschen.

Hier war es wichtig, diese Unruhe, Widerstände und Zweifel als Teil des Veränderungsprozesses zu erkennen, ihnen Raum zu geben und sie anzunehmen. Und wie bei jeder Trennung – denn so eine große Veränderung, selbst wenn sie gewollt ist, ist auch immer eine Trennung und tut weh – war es wichtig, zu trauern. Und das braucht Zeit und Verständnis.

In solchen Momenten erinnere ich mich gerne an Juliet Binoche in dem Film ‘Chocolat‘, in dem sie jedes Mal ihre Sachen packt und woanders hingeht, wenn der Wind weht. Es ist ein Gefühl, das sie niemandem erklären kann. Sie weiß nur, dass sie gehen muss, wenn es sie überkommt. Am Ende des Films wird ihr aber bewusst, wovor sie wegläuft, und was sie verpasst, wenn sie immer geht, wenn es tiefer, spannender und vielleicht auch schwieriger wird. Aber interessanterweise waren genau die viele Reisen notwendig, um sie genau an diesen Punkt zu bringen.

Daher: besinne dich auf deine Gründe für die Veränderung. Warum hast du dich dafür entschieden, erstmal nicht mehr zu reisen? Wenn es finanzielle Gründe sind und du eigentlich lieber noch reisen würdest, dann rate ich dir, ein paar Monate lang Geld zu verdienen und mit dem Nomadenleben weiterzumachen. Oder aber du suchst dir unterwegs Arbeit, per Internet oder vor Ort. Denn das Reisefieber wird dich immer wieder packen, wenn es du es nicht vollständig ausgelebt hast. Erlaube dir also, es auszuleben, bis es von selber verschwindet.

Die Entscheidung, sich niederzulassen, entsteht nicht von heute auf morgen. Bei mir hat es Jahre gedauert, bis es soweit war. Vor etwa vier Jahren wollte ich es schon einmal versuchen. Aber es ging gar nicht, und es war auch noch nicht der richtige Zeitpunkt. Auf einmal traf ich ‘zufällig‘ meinen indischen Yogalehrer in Australien, der in mir eine große Sehnsucht nach Rishikesh auslöste, und bevor ich es recht wusste, war ich wieder in Indien. Und dort traf ich, wieder ‘zufällig‘, meinen spirituellen Meister, und blieb die nächsten Jahre erstmal da. Es war auch sehr wichtig, das zu tun, denn viele Dinge geschahen in diesen Jahren, die mich gut auf meine Heimkehr vorbereitet haben.

Was ich damit sagen will – der richtige Zeitpunkt, um mit dem Reisen aufzuhören, wird von selber kommen. Oder auch nicht! Es gibt Leute, die reisen ihr ganzes Leben lang und hören nie damit auf. Pass also genau auf, was geschehen will. Was sagt dir dein Herz, was sagt dir dein Verstand, und was willst du eigentlich wirklich, jetzt?

Wenn du dich aber dafür entschieden haben solltest, dich niederzulassen, dann ist es hilfreich, dich auf deine Prioritäten zu konzentrieren. Vielleicht ist dir eine Beziehung wichtig geworden, oder du willst deine Arbeit vertiefen, oder vielleicht sehnst du dich einfach nach deiner Familie oder einem Zuhause. Wie alles andere hat auch das Nomadenleben zwei Seiten. Konzentriere dich also auf das, was du beim Reisen vermisst hast und was du jetzt verstärkt in dein Leben rufen möchtest. Denk daran, dass es Zeit braucht, bis du dich eingelebt hast und bis die Dinge wieder fließen.

Und: gehe sanft mit dir selbst um. Vielleicht kannst du zwischendurch kleinere Reisen machen, oder aber dein einstiges Land alle zwei Jahre für längere Zeit besuchen. Bleib mit deinen Freunden aus der Auslandsheimat in Kontakt und freue dich darauf, sie irgendwann wiederzusehen. Aber sei auch im Hier und Jetzt. Nach der anfänglichen Trauerzeit ist es gut, die Erinnerungen an das Vergangene mit neuen Erfahrungen auszutauschen.  Vielleicht machst du mal eine Facebook-Pause und triffst dich dafür lieber mit Leuten aus deiner Umgebung zum Tee.

Knüpfe daher Kontakte in deinem Umfeld und suche dir gezielt Leute, mit denen du Interessen teilst.  Ich war zum Beispiel erstaunt, herauszufinden, wie viele alternative, spirituelle Leute mit Reiseerfahrung es in meiner neuen, ländlichen Heimat gibt. Selbst in meinem kleinen Dorf wohnt eine Kundalini-Yogalehrerin und im nächsten Dorf ist eine Yogaschule. Und ein riesiger Bonus für mich ist, dass die indische Mystikerin Mother Meera fast um die Ecke von mir ihren wöchentlichen Darshan gibt. Wenn du dich dafür öffnest, gibt es überall wunderbare Überraschungen. Und wenn du genau hinhörst, dann kannst du darauf vertrauen, dass dich das Leben immer genau dort hinbringt, wo du sein sollst.